Weinseliges Osterfeuer der anderen Art – Super scharfes Weingelee

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Bei uns war dieses Jahr zu Ostern alles anders – vollkommen anders als geplant. Es begann mit einem Berg von Taschentüchern, viel zu süßen Hustenbonbons und einem Familien-Besuchsverboten unsererseits. Keiner sollte sich mit unserer fiebrigen Grippe anstecken. Das ist verständlich – aber nicht weniger ärgerlich. Zum Glück waren wir zu zweit in unserem Exil im 5. Stock. Nach 4 Tagen exessivem Genuss von ultra süßen Hustenbonbons war unser Bedarf an kleinen runden Süßigkeit defintiv gedeckt. Schokoeier zum Frühstück oder Brioche à la Praline (wie eigentlich geplant) konnten uns nicht mehr reizen. So haben wir uns entschlossen dem Osterhasen Feuer unter seinem kleinen weichen Puschelpo zu machen. Wer jetzt an Osterfeuer denkt liegt falsch. Hier geht es um Wein in seiner feurigsten Kombination – eingekocht mit einer Handvoll Chilischoten, Thymian und Zucker. Ein wunderbares Gelee war das Ergebnis dieses morgendlichen Kochexperiments. Nach dem Einatmen der scharfen Dämpfe konnten wir die Hustenbonbons für die nächsten Stunden ersteinmal absetzen.

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Verzehrt wurde das scharfe Ostergelee auf bayrischem Bergkäse und Seelen mit einer Salz-Kümmel-Schicht. Letzteres ist ein mir bisher unbekanntes schwäbisches Brot, dem Baguette nicht unähnlich. Wenn man am Abend vorher den Teig vorbereitet, ist am nächsten Morgen kaum noch etwas zu tun und man wird mit einem frischen Brot belohnt, was sich durch seine Salz-Kümmelschicht großartig mit unserem süßscharfen Gelee kombinieren läßt. Das Rezept für dieses großartige Gelee stammt wie schon die Bisous aus dem Buch „Meine Französische Küche“  von Rachel Khoo. Ich habe es nur leicht abgewandelt.

Zutaten:

500ml Rotwein

ca. 300g Zucker

13g Pecktin

einige Zweige Thymian

25g Chilischoten

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Den Wein mit den gehackten Chilischoten und etwas Thymian ca. 15 Minuten einkochen. Alles durch ein Harsieb geben und die Flüssigkeit in einem sauberen Topf auffangen. Abkühlen lassen. Die Flüssigkeit abwiegen und die gleiche Menge an Zucker dazu geben. Alles aufkochen zusammen mit dem Pektin unter ständigem Rühren aufkochen und dann ca. 5 Minuten weiter köcheln lassen. Dabei weiter gut umrühren. Nun in sterile Marmeladengläser füllen und mit dem Deckel fest verschliessen. Die Gläser auf den Kopf stellen, bis die Deckel „ploppen“ – dann hat sich ein Vakuum gebildet und sie sind einige Monate haltbar.

Falls ihr diese scharfe Gelee wie wir mit Käse genießen wollt, nehmt unbedingt noch frischen Thymian dazu! Falls möglich auch Zitronenthymian – der hat eine angenehm frische Note.

Wir haben den Brand in unserer Kehle mit einem viel Kaffee gelöscht.

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